Warum sich Social Media wieder nach "2016" anfühlt
Nostalgie, Hunde-Filter und Popsongs. Wieso kehrt dieses Jahr zurück und was verrät der Hype über unsere Zeit?
War 2016 das "letzte gute Jahr"?
Dass 2016 gerade jetzt zurückkommt, ist kein Zufall. Social Media lebt davon, Gefühle zu verstärken – und Nostalgie ist pures Algorithmus-Gold. Auf TikTok explodieren Suchanfragen nach "2016" und Millionen Clips nutzen den alten Rio DeJaneiro-Filter, der an alte Instagram-Feeds erinnert: warm und leicht verschwommen, fast wie eine verblasste Erinnerung.
Erinnerungen werden zum Trend
2016 fühlte sich einfach krass an: Tumblr-Ästhetik, Polaroid-Filter, Choker-Ketten, Vans und Adidas Superstars, dazu Songs von den ENERGY Stars wie Zara Larsson, Justin Bieber, Drake oder The Chainsmokers, die überall gespielt wurden. Social Media war geprägt von Snapchat-Stories mit dem Hundefilter und YouTube-Vlogs. Memes entstanden spontan und Sommerabende waren oft eine Mischung aus Musikbox, Treffen im Park und einer Runde Pokémon Go. Genau dieses Gefühl von Ungezwungenheit macht 2016 heute für viele zum Symbol einer Zeit, in der Coolness nicht geplant, sondern einfach passiert ist.
Warum diese Nostalgie gerade jetzt explodiert
Der 2016-Hype ist aber nicht nur einfach in Erinnerung schwelgen, sondern auch das Internet von damals. Heute fühlt man sich auf Social Media oft unter Druck gesetzt: Alles wird vermarktet und politisiert – das macht auf Dauer müde. Vor zehn Jahren hat man einfach ein Foto vom Essen gepostet, ohne über Reichweite nachzudenken. Stories waren Spaß und das Netz fühlte sich irgendwie persönlicher an.
Nostalgiewellen entstehen fast immer in Zeiten großer Unsicherheit. Der Blick zurück ist also ein Schutzmechanismus. 2016 wird zum sicheren Hafen – vor der Pandemie, vor Dauer-Alarmmeldungen, vor dem Gefühl, dass alles immer komplizierter wird. Natürlich war auch damals nicht alles perfekt. Wir erinnern uns aber selten an Fakten, sondern an Gefühle. Vor allem ältere Gen Z und junge Millennials erinnern sich an ihren wohl "letzten guter Sommer". Schule oder Uni statt Burnout, erste Jobs statt Existenzangst, erste Freiheit statt Dauerstress. Nostalgie muss dabei nicht logisch sein. Sie ist emotional. Und genau deshalb zieht sie auch so gut als Trend auf Social Media.
ENERGY 2010er Hits
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Was der 2016-Hype wirklich über 2026 sagt
Am Ende erzählt dieser Trend weniger über 2016 und viel mehr über uns heute. Er zeigt eine Generation, die sich nach Leichtigkeit und nach Echtheit sehnt. Vielleicht war 2016 nicht das letzte gute Jahr und vielleicht geht es beim Wunsch, 2026 zum neuen 2016 zu machen, gar nicht um Rückkehr, sondern um einen Neuanfang. Ein Internet, das wieder Spaß macht und ein richtig lustiges Jahr. Und wer weiß, vielleicht schreibt 2036 jemand einen Artikel darüber, warum 2026 das letzte gute Jahr war.