Profiltiefe bei einem Reifen wird gemessen. Profiltiefe bei einem Reifen wird gemessen.

Winterfit im Auto

Was vor der kalten Jahreszeit geprüft werden sollte.

Wenn morgens Reif auf den Scheiben liegt, wird jede Schwäche am Fahrzeug sichtbar: Die Batterie startet träge, die Scheibenwischer schmieren, die Reifen finden auf nassem Laub kaum Halt. Ein Werkstattcheck im Herbst deckt solche Punkte auf, bevor sie unterwegs zum Problem werden.

Wer keine Zeit für mehrere Werkstattbesuche hat, kombiniert Reifenwechsel, Sichtprüfung und Flüssigkeitskontrolle in einem Termin. Viele Betriebe bieten dafür Winter-Checks mit festem Leistungsumfang an.

Die passende Werkstatt finden und Termine früh sichern

Gerade im Oktober und November füllen sich die Kalender der Betriebe schnell, weil viele Fahrerinnen und Fahrer gleichzeitig Reifen wechseln. Wer früh anfragt, bekommt eher einen Wunschtermin. Praktisch ist die Suche über dasoertliche.de: Das Örtliche ist ein Online-Telefonbuch mit lokaler Suche, in dem sich Betriebe nach Ort und Branche finden lassen und teilweise Termine online buchen lassen.

Beim Vergleich zählen mehr Dinge als die Entfernung. Hilfreich sind klare Angaben zu Preisen für Reifenwechsel, Einlagerung und Sichtprüfung, eine transparente Auftragsannahme und die Bereitschaft, defekte Teile zu zeigen. Ein Kostenvoranschlag vor größeren Arbeiten schafft Sicherheit. Wer mehrere Fahrzeuge in der Familie hat, fragt nach einem gemeinsamen Termin, das spart oft Wege.

Auch der Zeitpunkt ist Teil der Planung: Montag- und Freitagvormittage sind häufig stark gefragt, in der Wochenmitte sind Termine eher frei.

Hilfreich ist es außerdem, vorab eine kurze Liste der Beobachtungen zu schreiben: ungewöhnliche Geräusche beim Bremsen, Vibrationen im Lenkrad, schwerfälliger Start bei Kälte oder aufleuchtende Warnlampen. Die Werkstatt kann damit gezielter prüfen und die Zeit am Fahrzeug besser nutzen.

Reifen: Profil, Alter und Luftdruck

Die Reifen sind der einzige Kontakt zur Straße und damit das wichtigste Sicherheitsbauteil im Winter. In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte dürfen Fahrzeuge nur mit geeigneter Bereifung unterwegs sein. Als geeignet gelten Reifen mit dem Alpine-Symbol, der Bergsilhouette mit Schneeflocke. Reifen, die nur das Kürzel M+S tragen, erfüllen die Anforderung inzwischen nicht mehr.

Gesetzlich genügen 1,6 Millimeter Restprofil, empfohlen werden für den Winter aber mindestens vier Millimeter. Das Alter lässt sich an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen; ältere Reifen verhärten, auch wenn noch Profil vorhanden ist. Der Luftdruck sinkt bei Kälte, daher lohnt eine Kontrolle bei kaltem Reifen etwa alle zwei Wochen.

Wer sein Fahrzeug im Sommer auf Sommerreifen fährt, sollte beim Wechsel auch die Montage auf den Felgen prüfen lassen. Das Auswuchten verhindert Vibrationen und gleichmäßigen Verschleiß. Beim Einlagern gilt: Reifen kühl, dunkel und trocken aufbewahren, möglichst stehend oder auf der Felge hängend.

Auch die Beladung spielt eine Rolle. Zusätzliches Gewicht im Kofferraum verändert Fahrverhalten und Bremsweg. Schneeketten, die im Gebirge gebraucht werden könnten, gehören vorab einmal zu Hause aufgezogen, damit der Ernstfall am Straßenrand nicht zur Geduldsprobe wird.

Batterie, Beleuchtung und Sicht

Kälte schwächt Starterbatterien deutlich. Eine Prüfung in der Werkstatt misst, wie viel Leistung noch zur Verfügung steht; ältere Batterien fallen häufig im ersten Frost aus. Wer überwiegend Kurzstrecken fährt, belastet die Batterie zusätzlich, da die Lichtmaschine nicht genug Zeit zum Nachladen hat.

Für die Sicht zählen funktionierende Scheinwerfer, saubere Streuscheiben und intakte Wischerblätter. Wischer sollten ohne Schlieren arbeiten; Gummilippen werden spröde und gehören oft nach einem Jahr ausgetauscht. Ein Blick auf Nebelschlussleuchte und Bremslichter gehört dazu, denn bei Dunkelheit und Regen sind sie entscheidend. 

Wer viel in der Dämmerung fährt, lässt die Scheinwerfereinstellung prüfen. Falsch justierte Lampen blenden entgegenkommende Fahrer oder leuchten die Fahrbahn schlecht aus. Auch eine saubere Windschutzscheibe innen wie außen reduziert Blendung bei tiefstehender Sonne und Nässe.

Frostschutz, Kühlmittel und Bremsen

Die Scheibenwaschanlage braucht Frostschutz im Wasser, sonst friert das Gemisch in Leitung und Düsen ein. Auch das Kühlmittel sollte für Temperaturen weit unter null ausgelegt sein; die Werkstatt prüft den Frostschutzwert mit einem einfachen Messgerät. Bremsflüssigkeit nimmt mit der Zeit Wasser auf, was bei Kälte die Wirkung beeinträchtigen kann, und wird in der Regel alle zwei Jahre gewechselt.

Türdichtungen lassen sich mit Silikonpflege oder Hirschtalg geschmeidig halten, damit sie nicht festfrieren. Im Kofferraum gehören Eiskratzer, Handfeger, Warnweste und eine Decke ins Gepäck. Und wer den Tank nicht bis zum letzten Tropfen leer fährt, vermeidet Kondenswasser im Tank und bleibt bei Wintereinbrüchen flexibel.

Hinzu kommt der Blick auf Bremsbeläge und Bremsscheiben. Quietschen, längere Bremswege oder ein Rubbeln im Pedal sind Warnzeichen, die nicht bis zum nächsten Jahr warten sollten. Auch die Handbremse wird im Winter gern vernachlässigt, kann aber festfrieren, wenn sie bei Nässe angezogen bleibt.