„Low Waste“ Einkaufen

So kannst du auch im Alltag ohne Verpackung einkaufen! Alle Infos findest du hier!

Es scheint auf den ersten Blick gar nicht so einfach, den alltäglichen Einkauf ohne Berge von Plastik zu gestalten, aber wenn man seinen Einkauf auch gezielter im Voraus plant, ist es definitiv kein Ding der Unmöglichkeit. Schon in einem ganz einfachen Supermarkt, der nicht auf „Low Waste“ spezialisiert ist, gibt es Möglichkeiten, weniger Abfall mit nach Hause zu nehmen.

 

Herkömmliche Supermärkte

Bei vielen Produkten, die man in einem „normalen“ Supermarkt bekommt, kann man Plastikmüll vermeiden. Beispielsweise kann man für Obst und Gemüse ein Wäschenetz oder einen kleinen Stoffbeutel mitbringen und muss so nicht auf die abgepackten Produkte zurückgreifen. Hierbei sind Netze besonders empfehlenswert, da (für den Fall, dass das Obst und Gemüse an der Kasse gewogen wird) die Kassiererin nicht jeden Beutel noch einmal öffnen muss, um zu sehen was sich darin befindet. Milch, Joghurt und Säfte kann man in Pfandflaschen kaufen und auch Soßen kann man in Gläsern kaufen. Sollte es sich dabei nicht um Pfandgläser handeln, kann man sie trotzdem problemlos wiederverwenden (zum Beispiel um Reste aufzuheben oder Marmelade einzukochen). Wurst, Käse und Fleisch sollten immer an der Fleischtheke eingekauft werden. Dort kann man den Mitarbeitern Behälter über die Theke reichen, welche man selber mitgebracht hat. Leider ist das nicht in allen Supermärkten möglich, aber wenn man freundlich fragt, habe ich bisher gute Erfahrungen gemacht.  Natürlich ist es nicht bei jedem Produkt im Supermarkt möglich, Müllentstehung zu vermeiden, aber  es gibt mittlerweile auch relativ viele Ausweichmöglichkeiten.

Wochenmärkte

Eine schon länger bekannte Möglichkeit plastikfrei einzukaufen sind zum Beispiel die Wochenmärkte. Gerade bei jungen Leuten liegen Wochenmärkte schwer im Trend und mittlerweile hat auch schon so gut wie jede größere Stadt einen Wochenmarkt. In Nürnberg alleine gibt es über 10 Wochenmärkte, unter Anderem am Hauptmarkt, am Heinrich-Böll-Platz, am Aufseßplatz, am Kobergerplatz und in der Allersberger Straße. Ein klarer Vorteil ist die Tatsache, dass es sich um regionale Produkte handelt und man somit ganz genau weiß, wo die Lebensmittel herkommen, die man kauft. Obst, Gemüse, Kräuter, Milchprodukte, Fleisch, Fisch und Eier sind Klassiker, welche auf jedem Wochenmarkt zu finden sind und so lässt sich ganz einfach nachhaltiger einkaufen, indem man Stoffbeutel, Netze und wiederverwendbare Behälter mitbringt. Noch dazu kommt der soziale Aspekt, den ein solcher Wochenmarkt mit sich bringt, denn nicht selten wird er zu einem beliebten Treffpunkt für Nachbarn.

 

 

Solidarische Landwirtschaft

Eine Gemeinschaft von Verbrauchern finanziert einen kompletten, landwirtschaftlichen Betrieb im Voraus? Klingt verrückt, gibt es aber! Das Prinzip nennt sich „Solidarische Landwirtschaft“. Dabei streckt ein fester Kreis von Mitgliedern Bauern das Geld für Saatgut, landwirtschaftliche Gerätschaften und Löhne vor und sichert sich dafür frische und nachhaltig erzeugte Lebensmittel. Dabei haben die Verbraucher auch ein Mitspracherecht bei der Frage, was denn überhaupt angebaut wird. Ich selbst, bin seit ein paar Jahren Ernteteilerin eines  Hofes in der Region. Die Lebensmittel werden bei uns einmal in der Woche zu verschiedenen Abholstellen in Nürnberg geliefert, damit keiner weit für seinen Ernteanteil fahren muss. Natürlich wird auch hier komplett auf jegliche Plastikverpackungen verzichtet, ich bringe einfach! Im Raum Nürnberg und Umbgebung wird das Prinzip der „Solidarischen Landwirtschaft“ beispielsweise vom Dollingerhof angeboten. Wer Mitglied werden möchte, kann einen Antrag auf einen Probemonat auf deren Website https://solawi-dollinger.de/ stellen.

 

 

Bioläden

Bioläden haben den Anfang gemacht  und verschiedene Methoden zum Thema „Low Waste“ entwickelt. Vereinzelte Bioläden erweiterten ihr unverpacktes Sortiment nun auch auf Nudeln, Nüsse, Reis und weitere Lebensmittel. Neuerdings wird sogar bei Non- Food Produkten auf Low Waste gesetzt. Es stehen beispielsweise Spender mit Trockenware sowie Kanister für Waschmittel und Seife zum Zapfen und Nachfüllen zur Verfügung. So muss man nur eigene Behälter, Gläser oder ähnliche Aufbewahrungsgegenstände mitbringen und schon hat man nachhaltig eingekauft. Auch wenn es um Essig und Öl geht kann man Plastikmüll vermeiden, denn immer mehr Bioläden bieten diese in Mehrwegflaschen an. Kaffee- und Teeliebhaber  aufgepasst: Kaffee und Low Waste kann man auch gut kombinieren, eine Dose mitbringen und diese befüllen lassen.

 

Zero Waste Shops

Eine noch bessere Variante wenn man wert auf Nachhaltigkeit setzt sind Zero Waste Shops. In Deutschland machte 2014 der Laden „Original unverpackt“ den Anfang. Das Konzept dieser Läden kann man dem Namen schon entnehmen, im Vergleich zu den Bioläden, die versuchen den Plastikmüll zu reduzieren, kicken diese Shops den Müll komplett aus ihrem Sortiment. Plastik ist dort nicht mehr zu finden. Hierbei ist aber umso mehr der eigene Verstand gefragt, denn statt sich nur ins Auto zu setzen und mit dem Einkaufswagen durch die Regale zu fahren, muss man an alle möglichen Aufbewahrungsboxen denken. Natürlich kann man auch Gläser, Boxen und Kisten kaufen, doch das geht nach einer gewissen Zeit auch auf den Geldbeutel. Wie es auch einige Bioläden bei vereinzelten Produkten machen, lagern die Zero Waste Läden ihre Waren in großen, an die Wand montierten Spendern, so genannten „Bulk Bins“, so dass man sich die Ware selbst abfüllen kann. Jetzt stellt sich vermutlich jeder die Frage, ob sich so etwas durchsetzt. Die Antwort ist: Ja! Und es folgen immer mehr dem Trend, zumindest in den meisten Großstädten findet man mindestens einen Zero Waste Laden. In Nürnberg und Erlangen gibt es mittlerweile jeweils einen Zero Waste Shop. In Lauf soll bald einer kommen. Wo man die Zero Waste Shops genau findet, kann man der Karte von „Wastelandrebel“ entnehmen.

 

 

Mit Ecken und Kanten

 

Und wo findet man das ganze Zubehör um möglichst plastikfrei einzukaufen? Jessy aus Nürnberg bietet in ihrem Online-Shop „Mit Ecken und Kanten“ viele Zero Waste Produkte an. Das besondere an ihrem Shop. Sie bietet nachhaltige und faire B-Ware an! Mit dieser genialen Idee hat sie sich vor wenigen Monaten selbstständig gemacht und ist trifft damit den Nerv der Zeit.

Ich habe Jessy für euch getroffen und sie gefragt wie sie dazu gekommen ist und wie ihr Konzept genau funktioniert.


 

Das komplette Interview hört ihr hier im Podcast!

 

Autor: 
kmk
_self

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