Ist Wasser sparen in Deutschland sinnvoll?

Das verrät dir Marie diese Woche in Green Up Your Life!

Diesen Juni haben wir Nürnberger soviel Wasser verbraucht wie seit 15 Jahren nicht mehr. Grund ist die Hitzewelle und da stellen sich natürlich viele Franken die Frage, muss jetzt Wasser gespart werden?

Waren es vor 30 Jahren noch durchschnittlich 147 Liter pro Einwohner und Tag, wurden letztes Jahr nur noch 127 Liter verbraucht. Obwohl der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch von Trinkwasser durch den extrem heißen Sommer und die Trockenheit gestiegen ist, nimmt der Wasserverbrauch in Deutschland tendenziell ab. Teilweise ist der Verbrauch so niedrig, dass schon mal zu wenig Abwasser in unsere Abwasserkanäle gelangt. Du liest richtig, in Deutschland ist es in einigen Regionen gar nicht so gut, wenn man Wasser spart. Laut Dr. Heidi Willer von der     "N-Ergie", haben wir in Nürnberg dieses Problem aber nicht. Das betrifft eher Gebiete in denen es einen großen Wegzug gibt. Dort kann es tatsächlich sein, dass zu wenig Wasser verbraucht wird und dadurch das Wasser zu langsam in den Kanälen abfließt. Dies führt zu Verkeimungen und sogar zu Kanalfraß, wenn unterschiedliche Chemikalien den Beton angreifen. Um das zu verhindern, müssen die betroffenen Wasserbetriebe ihre Abwasserkanäle dann spülen. Und die Kosten dafür werden dann auf die Verbraucher umgelegt.

Waschmaschinenknopf

Durch die heißen Sommer stellen die Wasserbetriebe übrigens fest, dass die Grundwasserspiegel sinken, trotzdem ist es noch nicht besorgniserregend. Das heißt aber nicht, dass wir nicht generell unsere Wasserbilanz senken sollten. Dr. Willer plädiert dafür Wasser bewusst einzusetzen und im Haushalt Waschmaschine und Co. nach Wasser- und Energieverbrauch zu kaufen. Mit einem Sparpüler für die Toilette zum Beispiel lassen sich schon 6500 Liter pro Jahr und pro Person sparen.

Und auch wenn der tropfende Wasserhahn im Bad auf das Jahr gerechnet 7000 Liter Wasserverbrauch bedeutet,  ist das für unsere Wasserbilanz weniger das Problem, als das neue trendige T-Shirt, das in wasserarmen Ländern produziert wurde. Ein ganz normales T-Shirt benötigt für seine Herstellung im Schnitt 2.700 Liter Wasser, je nach Verarbeitung und Färbung können es sogar bis zu 15.000 Liter sein. Oder weit gereiste Lebensmittel wie die Avocado, für deren Anbau Unmengen an Wasser benötigt werden. Leider verschlimmern wir so die Wassernot in bestimmten Teilen der Erde.


Aber die gute Nachricht ist: Wir können als Verbraucher unseren Wasserfußabdruck ganz einfach reduzieren, indem wir ökologisch, regional und saisonal kaufen. Kleidung aus dem Second-Hand Laden spart auch Wasser. Eine tolle Anlaufstelle in Franken ist dafür zum Beispiel der LaCola Shop von Brini in Fürth. Wie ihr Ladenkonzept genau funktioniert, kannst du dir in unser Podcast Folge "Green Up Your Life" über Second-Hand anhören.

 

 

Autor: 
lk
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