So behältst du deine Finanzen im Griff

Seine eigenen Finanzen nicht ausreichend unter Kontrolle zu haben, kann ziemlich belastend sein.

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Wer den Überblick über seine monetäre Situation hat, schläft ruhiger und hat den Kopf frei für andere Dinge, als sich ständig vor den nächsten Rechnungen im Briefkasten zu fürchten.

 

Dazu kommt Folgendes: Obwohl das Alter noch Lichtjahre entfernt zu sein scheint, ist es in der heutigen Zeit gut und richtig, rechtzeitig vorzusorgen. Auch das Sparen gehört zu den Grundpfeilern für eine durchdachte Finanzplanung. Keine Angst - so schwer ist es gar nicht, Ordnung in die privaten Finanzen zu bringen. Am besten gehst du Schritt für Schritt vor.

 

Bestandsaufnahme: Wie sieht die finanzielle Situation aus?

Eine gute Finanzplanung, die auf die Zukunft ausgerichtet ist, umfasst einen Finanzplan, der individuell an deine Möglichkeiten angepasst ist und in dem auch unvorhergesehene Ereignisse wie zum Beispiel eine größere Reparatur berücksichtigt werden.


Ein Finanzplan für deinen Haushalt trifft genaue Aussagen zu Einkommen, Ausgaben, Schulden, aber auch zum Vermögensaufbau. Um einen genauen Überblick zu bekommen, wie es um deine Finanzen steht, stellst du dir zuerst am besten folgende Fragen
 

  • Was nehme ich monatlich ein?
  • Wie hoch sind meine monatlichen Fixkosten?
  • Wie hoch sind meine Schulden?
  • Wie hoch ist mein Nettovermögen?
  • Gibt es Rücklagen für unvorhergesehen Fälle?
  • Bin ich gut abgesichert? (Versicherungen, Altersvorsorge)?

 

Außerdem fällt es dir leichter, deine finanzielle Situation zu beurteilen, wenn du regelmäßig deine Einkommensteuererklärung machst. Damit weißt du zumindest ungefähr, mit welchem Betrag du bei der Steuerrückzahlung rechnen kannst oder ob eher eine Steuernachzahlung fällig wird.


Um als Privatanleger bei der Steuererklärung möglichst viel für dich herauszuholen, solltest du dich im Thema gut auskennen und wissen, was versteuert werden muss und wie du deine Steuerlast verringern kannst. Unter anderem müssen sämtliche Einnahmen aus Kapitalerträgen wie Mieten oder Aktiengeschäfte richtig versteuert werden. Dagegen kannst du so manches als Werbungskosten von der Steuer absetzen - etwa den Weg zur Arbeit oder die Anschaffung von Arbeitsmaterial.

 

Fixkosten berechnen

Um deine Finanzen im Griff zu haben, verschaffe dir zunächst einen genauen Überblick darüber, wieviel Geld du netto monatlich zur Verfügung hast und wie viel davon du für deine Fixkosten ausgeben musst. In der Regel machen die Fixkosten den größten Teil der Ausgaben aus.


Am besten erstellst du dir eine Liste und trägst alle Kosten zusammen. Noch besser ist ein Haushaltsbuch, in das du alle nötigen Kosten für deinen Lebensunterhalt notierst - nicht nur die Fixkosten. Das muss kein Notizheft sein, Haushaltsbücher gibt es mittlerweile zum Beispiel auch als App. 

 

Als Fixkosten fallen normalerweise an: 

 

  • Miete, Hausabtrag
  • Strom, Wasser, Heizung
  • Beiträge für Mitgliedschaften in Vereinen oder im Fitnessstudio
  • Handyvertrag
  • Abonnements
  • Monatstickets
  • Versicherungen
  • Kreditraten

 

Wenn du einen Monat lang durchhältst und alle Ausgaben notierst, hast du erst einmal einen guten Überblick.

 

Die variablen Kosten nicht vergessen

Am besten ist es jedoch, wenn du dir angewöhnst, sämtliche Ausgaben regelmäßig per Haushaltsbuch, Excel-Tabelle oder Finanzsoftware zu notieren. Dadurch werden neben den Fixkosten auch die variablen Kosten erfasst.


Das sind alle weiteren Ausgaben, die im Monat anfallen können, aber nicht müssen. Das heißt, dass diese Kosten unter Umständen komplett wegfallen oder deutlich geringer sind, wenn du in den Bereichen sparsamer sein möchtest. 

 

Solche variablen Kosten sind zum Beispiel:
 

  • Einkäufe (Lebensmittel, Kleidung)
  • Sprit
  • Freizeitaktivitäten
  • Parkgebühren
  • Geschenke
  • Der Kaffee oder der Snack zwischendurch

 

Zapfhahn in Auto

 

Wenn du auch diese Beträge in deine monatliche Bestandsaufnahme miteinbeziehst, hat das mehrere Vorteile für dich: Du wirst dir darüber bewusst, wofür du dein Geld so nebenher ausgibst. Daraus kannst du für dich Sparpotenziale ableiten und damit die unnötigen Ausgaben deutlich verringern.

 

Rücklagen sind wichtig

Anschließend ziehst du Bilanz: Was sind die Fixkosten, was gibst du für andere Dinge wie Lebensmittel und Freizeit aus? Wenn du beispielsweise 1.100 Euro Fixkosten hast und 2.000 Euro monatlich einnimmst, bleiben dir 900 Euro für den jeweiligen laufenden Monat. Diesen Betrag solltest du allerdings nicht mit vollen Händen ausgeben, sondern einen Teil zurücklegen.


Rücklagen sind wichtig, wenn zum Beispiel das Auto defekt ist und repariert werden muss, deine Spülmaschine den Geist aufgibt oder du vielleicht in den Urlaub fahren möchtest. Überlege dir also, welcher monatliche Betrag realistisch ist, um Rücklagen aufzubauen. Überhaupt sind Budgets eine gute Sache, um nicht ins Trudeln zu kommen. Wenn du deine Finanzen budgetierst, beginnst du auch, dein Kaufverhalten zu überdenken und gibst nicht so viel Geld für Konsum aus.


Eine Budget-Grundlage ist zum Beispiel die 50/30/20-Regel: Nach diesem Modell stehen 50 Prozent der Netto-Einnahmen für Fixkosten und Lebenshaltung zur Verfügung, 30 Prozent für Dinge, die du dir wünschst und 20 Prozent für deine Schuldentilgung und Sparziele. Wenn dein Konto ins Minus gerät, musst du überlegen, wo du Ausgaben reduzieren kannst. Wenn du noch mehr Geld hast als erwartet, kannst du den Überschuss sparen oder damit Schulden tilgen.


Wichtig: Lege die entsprechenden Beträge gleich zu Monatsbeginn auf die hohe Kante. Das kann ein separates Sparkonto sein oder einen Umschlag mit dem monatlichen Geld für jeden Budget-Bereich. So kommst du gar nicht erst in Versuchung, das Geld anderweitig auszugeben und musst dir keine Gedanken machen, wie du am Monatsende über die Runden kommst.

 

Ziele definieren

Mit Hilfe der Bestandsaufnahme über deine derzeitige finanzielle Situation kannst du deine Ziele ableiten. Vielleicht möchtest du eine große Reise machen, dir irgendwann ein neues Auto kaufen oder heiraten. Hier solltest du dir verschiedene Zeitrahmen stecken. 


Geht es um eher kurzfristige Ziele wie Urlaub oder Ausgaben für einen neuen Fernseher, solltest du dir ein Ziel zwischen null und drei Jahren setzen. Für mittelfristige Ziele wie ein neues Auto oder deine Hochzeit solltest du je nach deiner persönlichen Situation drei bis neun Jahre veranschlagen. Für Ziele, die du eher langfristig erreichen möchtest (zum Beispiel Altersvorsorge, Immobilie), solltest du in Zeiträumen ab neun Jahren denken. 


Grundsätzlich ist es sinnvoll, für deine Sparziele verschiedene Konten zu nutzen. Am besten ein Sparkonto, ein Konsumkonto und ein Tagesgeldkonto für Rücklagen. Andernfalls verlierst du zu schnell den Überblick und gerätst in Gefahr, deine Rücklagen wieder aufzubrauchen. Wenn du deine Geldflüsse automatisierst, das heißt, die entsprechenden Daueraufträge einrichtest, hast du nicht das Gefühl, verzichten zu müssen. Denn der festgelegte Betrag zum Sparen verschwindet so schnell von deinem Konto wie er dort aufgetaucht ist. 


Auf diese Weise sorgst du dafür, dass dein Vermögen konstant wächst. Einen Teil davon kannst du nach einer Ansparperiode gut anlegen und für langfristige Sparziele verwenden. Als Richtschnur gilt eine Sparquote von mindestens zehn Prozent des Nettoeinkommens. 

 

Autor: 
ENERGY Media
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